NGC 6820 (Sharpless Sh 2-86) und NGC 6823
Emissionsnebel eingebettet in einen Sternhaufen

 

NGC: NGC 6820 (Sharpless Sh 2-86) / NGC 6823


Sternbild: Fuchs (Vulpecula)


Beste Sichtbarkeit: Juli - Oktober


Position (Epoche 2000.0): RA: 19h 42m 27s


  DE: +23° 05'

Helligkeit NGC 6823: 7 mag


Ausdehnung: ca. 60' x 30'

Entfernung: ca. 6500 Lichtjahre


Typ:
Emissionsnebel










Suche und visuelles Erscheinungsbild:

Der offene Sternhaufen NGC 6823 mit einer Helligkeit von ~7mag ist bereits mit einem Feldstecher zu erspähen. NGC 6820 selbst wird auch im Sharpless Katalog unter der Bezeichnung Sh 2-86 geführt und ist nur ein kleiner nebliger Fleck (siehe Bild links). Er kann durchaus bereits mit kleineren Teleskopen diffus wahrgenommen werden. Der umgebende schwache Nebelkomplex als Ganzes ist dagegen selbst mit durchschnittlichen Dobson Teleskopen nur schwer visuell auszumachen. Erst ab 16" zeigen sich unter perfekten Bedingungen in Verbindung mit einem OIII Filter die ersten schwachen Strukturen. Die Objekte befinden sich im Sternbild Fuchs oder auch Füchschen genannt. Mit Hilfe unserer Aufsuchhilfe oben rechts sollte die Suche des offenen Sternhaufens kein Problem sein.


Einzelheiten zum Objekt:

NGC 6820 und NGC 6823Die Ausdehnung des gesamten Nebelkomplexes ist mit ca. 60x30 Bogenminuten sehr groß. Er besteht zum einen aus dem offenen Sternhaufen NGC6823 (siehe Bildbeschreibung oben), dem Emissionsnebel selbst NGC6820 und dem Ihm umgebenden Nebelstrukturen mit dem markanten "Schnorchel" sowie der "Nebelspirale". Der Komplex ist eine typische HII-Region also ein Sternentstehungsgebiet. Die Gaswolke emittiert das Licht der noch jungen umgebenden Sterne. Innerhalb der Gaswolken wurden mit Hilfe von Submillimeter Beobachtungen knapp 50 massereiche Ballungszentren von dichtem Gas entdeckt. Diese sog. Gasklumpen haben jeweils eine Masse zwischen 15-70 M (1M entspricht der Masse unserer Sonne). Genügend Masse also um noch weitere junge Sterne entstehen zu lassen.


Frühere Beobachtungen:

Entdeckt wurde der Emissionsnebel bereits im Jahre 1864 von dem deutschen Astronom Albert Marth (5. Mai 1828 - 5. August 1897). Der bekannte Astronom fand über 600 Neuentdeckungen und so notierte er bei NGC 6820: "F,S,R,bM" does not match the large nebulosity associated with the galactic cluster. Albert Marth arbeitete mit dem sogenannten 48-inch Speculum Metal Mirror von Lassell in Malta. Dieses außergewöhnliche Teleskop war damals bereits auf einer Äquatorial-Plattform montiert. Er gilt neben Herschel als einer der größten Entdecker von Nebelobjekten.




Autor: Claus-Dieter Müller