M 5 - Kugelsternhaufen

 

NGC 5904

Sternbild Serpens (Schlange)

Beste Sichtbarkeit April - Juli

Position (Epoche 2000.0) RA 15h 18m 36s

  DE +02°05´

Helligkeit: 5m,8

Ausdehnung: 20´

Entfernung 24.500 Lj.

Konzentrationsklasse Typ V

Spektraltyp F7





Einzelheiten zum Objekt:

Der Kugelsternhaufen gehört mit einem Alter von rund 13 Mrd. Jahren zu den ältesten Vertretern seiner Klasse. Allerdings sind die Altersangaben noch immer relativ unsicher. Ältere Angaben aus den 1960er Jahren nannten eine Zahl von 22Mrd. Jahren. Damit wäre M5 älter als das uns bekannte Universum und stünde damit im Widerspruch zu unserem gegenwärtigen Weltbild. Neuere Entfernungsmessungen revidierten jedoch diese Angaben, denn M5 ist weiter von uns entfernt, als zunächst angenommen. Durch diese Korrektur verringerte sich auch das Alter des Kugelsternhaufens. Dieses wird nun mit 9-11Mrd. Jahren angegeben, bei einer Entfernung von rund 26500 Lichtjahren. M5 zeigt eine leichte Elliptizität bei einem PW von 50° und umfasst schätzungsweise 500000 Sterne. Der gesamte Sternhaufen besitzt die 250000-fache Leuchtkraft unserer Sonne, indessen erreichen die hellsten Einzelsterne 12m,2. Bisher wurden über 100 veränderliche Sterne in M5 entdeckt. Die meisten davon gehören zum Typ RR Lyrae. Der erste Veränderliche wurde 1890 von Andrew A. Common entdeckt.


Suche und visuelles Erscheinungsbild:


M5 ist auf halber Stecke zwischen den Sternbildern Schlange (Serpens) und Jungfrau (Virgo) zu finden. Als Aufsuchhilfe kann der hellere Stern α ser dienen. Von ihm ausgehend wird das Teleskop nach Westen geschwenkt bis eine lockere Ansammlung von einigen 5- 6m Sternen sichtbar wird. Diese Gruppe ist auch mit bloßem Auge gut zu erkennen. Nur rund 20' nördlich des Sterns 5 ser, dem nördlichsten Stern dieser Gruppe, erscheint M5. Im  7x50 Feldstecher erscheint der Kugelsternhaufen als heller, nebliger Stern. Nahebei befindet sich 5 ser, der als ein Stern 6. Größe sehr auffällig ist. Ein 76mm Newton-Teleskop und 50-fache Vergrößerung erlauben den Blick auf einen runden Nebel mit deutlicher Helligkeitszunahme im Zentrum. Im 100mm Teleskop werden  schon bei niedriger Vergrößerung (37x), Einzelsterne sichtbar. Bei 100-fach ist ein gleichmäßig heller, großer Kernbereich erkennbar, dicht umgeben von einigen hellen Einzelsternen. Die nebligen Außenbereiche in welche die Sterne eingebettet sind, sind unregelmäßig geformt, werden lichtschwächer und zerstreuen sich schließlich im Dunkel. M5 ist visuell rund 2,5´ groß.


Beobachtung durch einen 300/1500 GSO Dobson: Bortle 4; Der Haufen ist bereits im Blick durch den 8x50 Sucher einfach zu sehen. Bei 48x Vergrößerung zeigt sich ein nebeliger, sternreicher Haufen, welcher bereits bis auf den sehr kleinen und stark konzentrierten Kern aufgelöst ist. Auffällig ist die unregelmäßige Verteilung der Sterne.  Süd-westlich ist das Gebiet sternarmer als im Nord-Östlichen Teil.  Im inneren sind 3-4 hellere Einzelsterne zu sehen. Bei 115x ist das Zentrum indirekt vollständig aufgelöst, aber sehr klein und kompakt. Von der Größe her ähnlich M3.











Frühere Beobachtungen:

Gottfried Kirch und Charles Messier gelten als unabhängige Entdecker des Kugelsternhaufens. Kirch fand M5 am 5.5. 1702. Seine Frau notierte „ein nebulöses Licht, welches viele schwache Sterne um sich herum enthält“. Der französische Astronom entdeckte dasselbe Objekt am 23.5.1764 als Nebel. Wilhelm Herschel konnte am 7.März 1783 den vorher als „Nebel“ bezeichneten Sternhaufen mit einem 7-Fuß Reflektor in eine Vielzahl von Sternen auflösen. J.E.Bode beschrieb M3 in der „Vorstellung der Gestirne“ für 1805 folgendermaßen:


„Ein heller Nebelfleck, 3‘ groß, sehr nahe bei b in der Waage. Er hat eine runde Figur, und ist bei heiterem Himmel durch ein mittelmäßiges Fernrohr leicht zu finden.“ 


Autor: Stefan Westphal und Alexander Leng