Messier 3 - Kugelsternhaufen


Wissenswertes über Messier 3:

Messier 3 gehört mit einer Anzahl von ungefähr 500000 Sternen und einer Größe von etwa 220 Lichtjahren zu den üppigsten Sternhaufen überhaupt. Er besitzt die 300000-fache Leuchtkraft unserer Sonne und die Gesamtmasse beträgt etwa 245000 Sonnenmassen. Wäre er von uns so weit entfernt wie M13, würde er diesen an Helligkeit weit übertreffen! Die hellsten Einzelsterne erreichen eine Helligkeit von 12m,7. Darüber hinaus besitzt M3 eine Vielzahl von veränderlichen Sternen, von denen bei 186 die Periode festgestellt werden konnte.

Die meisten dieser Veränderlichen gehören zum Typ RR Lyrae. Darüber hinaus enthält der Kugelsternhaufen M3 eine große Anzahl blauer Sterne. Da der Kugelsternhaufen bereits sehr alt ist, sollten sich diese Sterne nach den gegenwärtigen Modellen der Sternentwicklung eigentlich schon längst in diverse Endstadien entwickelt haben. Eine grundlegende Erklärung für dieses Phänomen gibt es allerdings bislang noch nicht.

Messier 3 Kugelsternhaufen von Claus Müller
Messier 3 Kugelsternhaufen von Claus Müller am 2.5.2015: 8 Zoll Newton NK900 mit ATIK 383 CCD Kamera, L+RGB Aufnahme mit 1x 4min/Kanal Bildbearbeitung: Pixinsight und Photoshop CS6

Suche und visuelles Erscheinungsbild:

Der Kugelsternhaufen befindet sich an der südlichen Grenze des Sternbildes Canes Venatici (Jagdhunde). Verlängert man die imaginäre Linie zwischen β Com und γ Com um etwa 6° nach Osten, wird M3 schon in kleinen optischen Instrumenten und niedrigen Vergrößerungen sichtbar. Unter exzellenten Bedingungen kann der Sternhaufen bereits mit bloßem Auge gesehen werden. Mit einem 7×50 Feldstecher betrachtet, unterscheidet sich M3 schon beim ersten Blick deutlich von einem Stern. Er ist leicht als runder, heller Nebel mit diffusem Randbereich sichtbar.

Ein 3“ Newton Teleskop eröffnet den Blick auf einen hellen, großen Nebel. Einzelsterne werden nicht sichtbar. Das Zentrum zeigt sich jedoch etwas heller als die Außenbereiche, die nach außen hin immer lichtschwächer werden. Ein wesentlich detaillierteres Bild bietet sich mit einem 4“ Teleskop. M3 erscheint nun sehr hell und groß. Der helle Kernbereich weist einen Durchmesser von rund 1,5´ auf. Von ihm ausgehend wird das Äußere des Haufens lichtschwächer und diffus. Erst bei höheren Vergrößerungen um 100-fach, dunklem Himmel und indirektem Sehen, tauchen lichtschwache Einzelsterne auf. Diese Sterne sind dann gleichmäßig um den Haufen verteilt. Das Zentrum bleibt jedoch nebulös.

Im Übersichtsokular eines 8″ Dobsons zeigen sich im Zentrum indirekt bereits unzählige Einzelsterne. Beim Wechsel auf 95x ist der Kugelsternhaufen zu 2/3 direkt aufgelöst. Beim Blick durch das Übersichtsokular eines 12″ Teleskops ist M3 bereits bei 48x vollständig aufgelöst. Bei einer visuellen Größe von ca. 12‘ zeigt er sich rund mit einem mäßig konzentrierten aber deutlich helleren Zentrum. 115-fache Vergrößerung lässt in den Außenbereichen verdichtete Sternbereiche erkennen, welche strahl förmig um den Kern angeordnet sind.

Im direkten Vergleich wirkt der Haufen im 8″ Newton eindeutig lichtschwächer. Vor allem das Zentrum erscheint deutlich nebeliger als im 12“ Dobson. Ein weiterer schöner Anblick bietet M3 mit einem SC8 mit 2000mm Brennweite. Der Kugelsternhaufen wird vollständig aufgelöst und allerfeinste Sterne werden sichtbar. Der Kugelsternhaufen ist immer wieder ein wundervolles Objekt aus hundertausenden Sternen.

Messier 3 von Stefan Westphal
M3 von Stefan Westphal 26.04.2013: 10 Zoll Orion UK Newton auf Atlux 30x120sek, 17 Flats, 21 Darks mit Canon 20Da ISO400
Messier 3 Detailaufnahme von Stefan Westphal
M3 Detailaufnahme von Stefan Westphal 26.04.2013: 10 Zoll Orion UK Newton auf Atlux 30x120sek, 17 Flats, 21 Darks mit Canon 20Da ISO400

Frühere Beobachtungen:

Messier 3 wurde am 03.05.1764 von Charles Messier aufgefunden und war die erste eigene Entdeckung für seinen Nebelkatalog. Doch bereits Wilhelm Herschel sah 20 Jahre später mit einem 7-Fuß Newton-Reflektor einen fleckigen Nebel, in dem er mit seinen Teleskopen schwache Sterne herauslösen konnte. Im Jahr 1810 sah Herschel mit einem 10-Fuß Teleskop einen brillanten Sternhaufen, den er bis zum Zentrum in Einzelsterne auflösen konnte.

m3
M3 von Stephan Westphal am 07.05.2011: 100/700mm Refraktor 93x Vergrößerung Zeichnung


Autor: Stefan Westphal


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