Veränderlicher Stern - RZ Cas

 

Katalogbezeichnung: RZ Cas = HD 17138



Sternbild: Cassiopeia (Kassiopeia)

Beste Sichtbarkeit: zirkumpolar / ganzjährig

Position (Epoche 2000.0): RA: 02h 48m 56s


  DE: +69° 38´ 03´´

Helligkeit: 6m2 – 7m7


Veränderlichentyp:
Bedeckungsveränderlicher  EA/SD (Algol-Typ)


Entfernung: 350 Lichtjahre

Spektraltyp/Leuchtkraft:
A3 V  +  K2 IV









RZ Cas ist ein gutes Beispiel für einen „Einsteiger-Stern“: Recht schneller Einbruch/Anstieg der Lichtkurve (etwa 2h), kombiniert mit einer recht großen Helligkeitsänderung (1.5 mag).  Hier sind zwei unterschiedliche Sterne in einem Doppelsternsystem gekoppelt: Ein recht kühler (K2) Unterriese (Leuchtkraftklasse IV) und ein  deutlich heißerer (A3) Hauptreihenstern. Die Sterne haben einen Durchmesser von etwa 2 Mio km (A3 V) bzw 2,6 Mio km (K2 IV). Der Abstand voneinander beträgt „nur“ 5,2 Mio km, was auch die kurze Umlaufperiode erklärt. Durch die Nähe der Sterne kommt es zu einem Massenaustausch, der auch hin und wieder zu Änderungen in der Lichtkurve führt.

Insgesamt ist das Doppelsternsystem ca 350 Lichtjahre von uns entfernt. Am Himmel zu finden ist RZ Cas mit jedem halbwegs brauchbaren Sternatlas, der Starhop bildet die Verlängerung der Linie Delta Cas -> Epsilon Cas -> Iota Cas -> RZ Cas.

Die bisher erreichte Lichtkurve aus meinen Beobachtungen (die dunkelblauen Kreuze) zeigt schon mal den charakteristischen Einbruch; die hellblaue Linie ist eine mögliche Lichtkurve, die zu den Beobachtungen passen würde. Das möchte ich bei den nächsten beobachtbaren Minima mit weiteren Schätzungen verfeinern. Die X-Achse des Diagramms zeigt übrigens die sogenannte „Periode“, d.h. die normierten Zeitpunkte, die Y-Achse die zugehörigen beobachteten Helligkeiten in mag.

Für die Vorhersagen (d.h. um zu wissen, an welchen Abenden es sich lohnt, die Helligkeiten alle 15..20 min zu schätzen), gibt es diverse Internetseiten bzw Tools; ich selbst nutze meist den „Min/Max-Rechner“ der BAV. Die nächsten brauchbaren Minima sind z.B. am 16.11.13 um 23:10, 22.11. um 22:35, 28.11. um 22:01, 04.12. um 21:27, jeweils MEZ. Man kann z.B. sinnvollerweise 1 ½ Stunden vor den Minima-Zeiten mit den Schätzungen beginnen.

Für saubere, wissenschaftlich nutzbare Arbeit sollte man möglichst die Vergleichssternkarten der AAVSO verwenden; für „einfach mal so eine Lichtkurve“ reicht es aber auch, sich geeignete Vergleichssterne mit ihren Helligkeiten aus einem Sternkartenprogramm herauszusuchen.  Ich habe mir z.B. im Umkreis von etwa 4° Sterne der Helligkeiten 6.0/6.5/6.7/7.1/7.3/7.6mag herausgesucht. Geschätzt wird dieser Stern unkompliziert mit dem Fernglas. In den „Mitmachprojekten“ finden sich auch geeignete Kartenausschnitte mit bereits markierten Vergleichssternen.











Autor: Thomas Will