M27 - Planetarischer Nebel

 

NGC 6853

Sternbild Vulpecula (Fuchs)

Beste Sichtbarkeit Mai - November


Position (Epoche 2000.0) RA: 19h 59m 36s

  DE: +22° 43'


Helligkeit: 7m,3

Ausdehnung: 8´x 6´

Entfernung 1250  Lichtjahre


Typ III + II










Suche und visuelles Erscheinungsbild:

Dieser helle Planetarische Nebel kann leicht aufgefunden werden, indem man mit der Suche bei γ Sagitta beginnt. Der Sucher des Teleskops wird nun gut 3° nach Norden geschwenkt, bis ein sehr heller, rechteckiger Nebel mit verschwommenen Rändern zu sehen ist. Dieses Erscheinungsbild ist mit dem in einem 7x50 Feldstecher identisch. Ein 4" Teleskop offenbart eine Zylinderform, wobei die Ränder der kurzen Seiten deutlich gewölbt sind. Die langen Seiten sind deutlich konkav ausgebildet. Ein schwacher, dunkler Streifen der senkrecht zu den schmalsten Stellen der langen Seiten des Nebels verläuft, scheint diesen in zwei gleichgroße Hälften zu teilen. Diese Teilung ist jedoch schwer wahrnehmbar. Die gesamte Nebelgestalt ist diffus und von einem Nebelhalo umgeben. Einzelheiten innerhalb des Nebels können nicht wahrgenommen werden.


Einzelheiten zum Objekt:

Der Hantelnebel war die erste Entdeckung einer neuen Klasse von astronomischen Objekten, den Planetarischen Nebeln. Er ist mit einer Gesamthelligkeit von 7m,3 neben dem Helixnebel NGC7293 (6m,3) eines der hellsten Objekte seiner Klasse. Jedoch ist M27 aufgrund der günstigeren Position am Himmel das auffälligere Objekt. Der Nebel expandiert momentan mit einer Geschwindigkeit von 6,8  Bogensekunden pro Jahrhundert. Diese Erkenntnis erlangte die sowjetische Astronomin Tschudowitschewa in Pulkowo bei Leningrad aus dem Vergleich von Fotoplatten. Aus dieser Expansionsrate lässt sich ein geschätztes Alter des Nebels von 3000-4000 Jahren ableiten. Im Innern des Nebels verbirgt sich der 13m,5 helle und mit 85000 K extrem heiße Zentralstern. Dieser weiße Zwerg wird der Spektralklasse O7 zugeordnet. Cudworth von der Yerkes-Sternwarte entdeckte einen noch schwächeren Begleiter. Dieser ist 17m hell und weist momentan einen Winkelabstand von 6,5" bei einem Positionswinkel von 214° auf.

Wie so häufig bei Planetarischen Nebeln, sind die wahren Dimensionen von M27 noch immer nicht absolut sicher bekannt. So werden je nach Quelle Entfernungen von 490 bis 3500 Lichtjahren angegeben. Nimmt man den gegenwärtigen Wert von gut 1200 Lichtjahren an, so beträgt die Gesamtleuchtkraft des Nebels das 100-fache unserer Sonne und erreicht eine Gesamtausdehnung von etwa 4,5 Lichtjahren. Dabei besitzt der Zentralstern jedoch nur gut 30% und der noch schwächere Begleiter etwa 1/100 der Leuchtkraft unserer Sonne. Das der Nebel so viel heller strahlt als die beiden Sternüberreste liegt vor allem daran, dass die Sternleichen hoch energetische Strahlung im nicht sichtbaren Bereich des elektromagnetischen Spektrums absorbieren. Diese energiereiche Strahlung trifft auf die umgebenden Gasschichten und regt diese zum Leuchten an. Somit ist der Nebel für uns im sichtbaren Bereich so deutlich wahrnehmbar.


Frühere Beobachtungen:

Die Entdeckung dieses ersten Planetarischen Nebels überhaupt, gelang Charles Messier am 12.Juli 1764. Im astronomischen Jahrbuch von Bode wird M27 nach einer Beobachtung von Messier beschrieben als "Nebelfleck an der Brust des Fuchses. Nach Messier 4‘ groß und erscheint in ovaler Figur, sodass man ihn leicht für einen Kometen halten kann. Es sind keine Sterne darin zu erkennen." Messier führte die detaillierte Beobachtung mit einem Gregory-Reflektor bei 104-facher Vergrößerung durch. Caroline Herschel entdeckte dieses Objekt bei der Suche nach Kometen am 30.September 1782 unabhängig. Nach einer kurzen Überprüfung der Position stellten sie und ihr Bruder Wilhelm Herschel allerdings fest, dass es sich um die Nr. 27 aus Messiers Katalog handelte. Wilhelm Herschel bestätigte das Erscheinungsbild, welches Messier Jahre zuvor erkannte. Er ergänzte es aber um "zwei Flecken von Licht die ineinander übergehen, es gibt einige schwache Sterne, die darin sichtbar werden. Lord Rosse beschrieb M27 im Jahre 1844 nach einer Beobachtung mit einem 36-Zoll Teleskop so: "Ein im Gegensatz zu M1 schwieriges Objekt. Es erfordert eine extrem klare Nacht und eine ziemlich hohe Vergrößerung, dann erscheint eine Unmenge von Sternen, die mit Nebel vermischt sind." Bei diesem Eindruck, den der Lord Rosse gewonnen hatte, ist er wohl ein Opfer von optischer Täuschung geworden.



Autor: Stefan Westphal