M 20 – Galaktischer Nebel (Trifidnebel) + Barnard 85

 

NGC 6514


Sternbild Sagittarius (Schütze) Sgr


Beste Sichtbarkeit Juni - August


Position (Epoche 2000.0) RA: 18h 02'42''


  DE: -22°58'


Helligkeit: 6m,3


Ausdehnung: 28´

Entfernung 7000 Lj.

Ionisierende Quelle
HD 164492 (Stern)


Konzentrationsklasse
II,3,m,n






Suche und visuelles Erscheinungsbild:

Der einfachste und hellste Ausgangspunkt für die Suche ist M8. Von diesem Objekt ausgehend genügt ein Schwenk nach Norden, bis das helle, neblige Gebilde im Sucher erscheint. Alternativ kann man aber auch φ sagittari in den Sucher des Teleskops einstellen. Die scheinbare Verbindungslinie zwischen diesem Stern und φ sagittari wird dann nach Nordwesten verlängert, bis man auf diesen Nebel stößt.

Unter exzellenten Bedingungen ist M20 allerdings schon ohne optische Hilfsmittel wahrnehmbar! Mit einem 7x50 Feldstecher ist eine schwach schimmernde Nebelwolke zu erkennen, die in einige helle Sterne eingebettet ist. Ein dunkler Himmel ist ausschlaggebend für eine gute Sichtbarkeit der Nebelfilamente in einem Fernglas. Das ganze Gebilde ist etwas länglich und von Ost nach West ausgerichtet.
In einem 4“ Teleskop ist nur eine Nebelwolke in einer Sternansammlung zu sehen. Ein heller Stern befindet sich in der Mitte des hellen Nebels. Geringe Vergrößerungen begünstigen die Sichtung des Nebels. Darüber hinaus sind die wenigen Einzelheiten fast nicht mehr sichtbar.

Mit mehr Öffnung ändert sich das Erscheinungsbild deutlich. 14,5" zeigen mehrere Bestandteile des Nebels, die durch dunkle Bänder voneinander getrennt werden. Diese kreuzartige Aufteilung gibt dem Nebel seinen Namen. Bei extrem gutem Himmel in südlicheren Gefilden ist diese Dreiteilung bereits in einem 100mm Feldstecher sehr leicht zu erkennen und gibt ein einmaliges Schauspiel ab. Unter heimischen Gefilden sind mit 18" die einzelnen Nebelbestandteile ähnlich leicht zu bestaunen.


Einzelheiten zum Objekt:

Messier 20 TrfidnebelM20 ist, ebenso wie sein Nachbar M8 ein aktives und sehr junges Sternentstehungsgebiet. Der Nebelkomplex besteht aus einem roten Emissionsnebel und einem nördlich angrenzenden blauen Reflexionsnebel. Der rote Emissionsnebel wird durch die starke Strahlung eines Dreifachsternsystems, zum Leuchten angeregt. Dieses Sternsystem befindet sich im Zentrum des Nebels und umfasst extrem heiße, blaue Riesen. Der hellste Stern des Spektraltyps O7 mit der Bezeichnung HD 164492 erreicht 7m,6.

Das Alter der zentralen Sterne wird auf höchstens eine halbe Million Jahre geschätzt. Im Inneren der Gaswolke verbergen sich weitere Protosterne, die einmal einen Sternhaufen bilden werden. Andere, zukünftige Sterne ballen sich gerade aus einer Wolke aus Gas und Staub zu sogenannten Globulen zusammen. Diese Globulen sind auf tiefen Fotos als dunkle Wolkengebilde sichtbar. Der Emissionsnebel wird durch mehrere Dunkelnebel in vier gleiche Nebelgebiete aufgeteilt. Diese Teilung vernahm schon Wilhelm Herschel. Die Bestimmung der Entfernung ist recht unsicher. Glyn Jones gibt 2300 Lichtjahre an, C.R. O 'Dell sogar 7600 Lichtjahre. Der Sky Catalog 2000 nennt einen Wert von 5200 Lichtjahren.
 


Frühere Beobachtungen:

Charles Messier spürte M20 in der Nacht vom 5.- 6.6.1764 auf. Er bemerkte jedoch nur zwei Sternhaufen, die nahe beieinander stehen. Den umgebenen Nebel sah er nicht. Auch J.E. Bode sah nur einen Sternhaufen. Erst W. Herschel stellte am 12.7.1784 die Existenz von drei verschiedenen Nebeln fest, die ein Dreieck ergeben. Auch sein Sohn John Herschel bemerkte am 01.7.1826 ganz begeistert einen sehr großen, dreiteiligen Nebel. Er gab dem Objekt auch seinen heute noch gebräuchlichen Namen: „Trifidnebel“.



Autor: Stefan Westphal