M 16 – Offener Sternhaufen mit Nebel (Adlernebel, Säulen der Schöpfung)

 

NGC 6611


Sternbild Serpens (Schlange)


Sichtbarkeit Juni - August


Position (Epoche 2000.0) RA: 18h 18m 48s

  DE: -13°47´


Helligkeit: 6mag


Ausdehnung:

Entfernung 7000 Lichtjahre

Konzentrationsklasse
II,3,m,n









Suche und visuelles Erscheinungsbild:

Messier M16, auch genannt Adlernebel, kann einfach aufgefunden werden, indem man den Stern γ scu in den Sucher des Teleskops einstellt und von ihm ausgehend das Teleskop knapp 3° nach Westen schwenkt. Ein kleiner, heller Sternknoten wird dann sichtbar. M16 ist nicht mit bloßem Auge sichtbar. Die Sternwolke in der sich dieser Sternhaufen befindet, behindert die Sichtung.

Ein 7x50 Feldstecher zeigt einen kleinen, unauffälligen Nebelfleck, in den wenige schwache Sterne eingebettet sind. Mit einem 76mm Newton sind die schwachen Sterne deutlicher zu erkennen. Der Sternhaufen ist von sehr schwachem Nebel umhüllt. Mit einem 4“ Teleskop ist ein sternarmer Haufen sichtbar, der Sterne der 7. Und 8. Größe umfasst. Die Konzentration der Sterne erscheint in zwei Teile geteilt. Ein südlicher und ein Nördlicher. Der Nördliche Teil, der hellere Sterne beinhaltet, ist in zarten Nebel gehüllt.


Einzelheiten zum Objekt:

M16 ist ein sehr junger, von Emissionsnebeln umschlossener Sternhaufen. Bei dem Nebel handelt es sich hauptsächlich um eine Wasserstoffwolke, in der ein sehr aktiver Sternentstehungsprozess stattfindet. Die ersten Sterne in diesem Sternhaufen begannen vermutlich vor rund 5 Millionen Jahren zu leuchten. Eventuell sind die ältesten Sterne jedoch noch nicht mal eine Million Jahre alt. Die jüngsten Mitgliedsterne leuchten erst seit einigen 10000 Jahren. Bei diesen Sternen handelt es sich um sehr heiße, leuchtkräftige blaue Riesen des Typs O6.

Viele Sterne befinden sich noch mitten in der Entstehung und verbergen sich in den sogenannten "Elefantenrüsseln". Diese Gebilde entstanden durch die heiße, intensive Strahlung der jungen Sterne in Zusammenhang mit dem vorhandenen kühlen Staub und Gas. In diesen Säulen, von denen viele existieren, konnten mehrere Globulen nachgewiesen werden. Bei diesen Globulen werden wir Zeuge von der Geburt eines neuen Sterns oder Planetensystems.

Aufgrund der Abschirmung des Sternlichts durch den Emissionsnebel ist eine genaue Entfernungsbestimmung schwierig. Die Schätzungen belaufen sich auf 5500-7000 Lichtjahre. Die wahren Ausmaße des gesamten Komplexes erreichen bei einer scheinbaren Ausdehnung von bis zu 30' etwa 70x55 Lichtjahre.



Frühere Beobachtungen:

Der Schweizer Beobachter Phillipe de Chéseaux, entdeckte den Sternhaufen im Jahr 1746. Charles Messier nahm M16 am 03.06.1764 in seinen Katalog auf. Er sah nur ein „Bündel kleiner Sterne“, der Nebel blieb dem Franzosen verborgen. Selbst der deutsch-englische Beobachter Wilhelm Herschel nahm, 1783, nur eine Anzahl von über 50 Sternen wahr. Der sehr schwache „Adlernebel“ blieb auch den visuell arbeitenden  Astronomen des 19.Jh. verborgen. Dessen Entdeckung war dem Einsatz der Fotographie vorbehalten.





Autor: Stefan Westphal