M 11 – Offener Sternhaufen

 

NGC 6705


Sternbild Scutum (Sobieskischer Schild)


Sichtbarkeit Juni - September


Position (Epoche 2000.0) RA: 18h 51m 06s

  DE: -06°16´


Helligkeit: 5m,8


Ausdehnung: 14´

Entfernung 6000 Lichtjahre

Konzentrationsklasse
I2r










Einzelheiten zum Objekt:

M11 zählt, ungeachtet seines üppigen Sternreichtums auf ziemlich engem Raum, zu den offenen Sternhaufen. Im Mittel sind die Mitgliedsterne weniger als ein Lichtjahr voneinander entfernt. Der Sternhaufen umfasst annähernd 3000 Sterne in einem Gebiet von etwa 60 Lichtjahren. Von einem Planeten im Zentrum des Haufens würde man einen prachtvollen Sternhimmel mit mehreren hundert Sternen, heller als 1.Größe bewundern können! Die scheinbare Ausdehnung beträgt 14', unter Berücksichtigung der vorhandenen Ausläufer sogar bis zu 32'. Zu den hellsten Sternen zählen bis zu 600 Mitglieder, welche heller als 15m leuchten. Der auffällige 8m Stern mitten im Haufen zählt wie etwa 30 andere Sterne zu den roten Riesen. Angesichts der Entwicklung einiger Sterne wird das Alter von M11 auf etwa 220-250Mio. Jahre geschätzt. Möglicherweise ist der Sternhaufen aber auch schon älter. Burnham gibt, aufgrund des Vorhandenseins dieser gelben und roten Riesen sogar einen Wert von etwa 500Mio. Jahre an. Der Sternhaufen entfernt sich von uns mit einer Radialgeschwindigkeit von rund 22 km/s. 


Suche und visuelles Erscheinungsbild:

M11 befindet sich am nördlichen Rand der Schildwolke, die mit bloßem Auge leicht sichtbar ist. Eine sichere Aufsuchhilfe bieten die Sterne λ aql und 12 aql, denn M11 ist trotz der moderaten Helligkeit nicht mit bloßem Auge sichtbar. Die beiden Hilfssterne bilden das Schwanzende des Adlers und sind gut sichtbar. Schwenkt man nun das Fernglas nach Westen zu dem Stern β scuti, wird M11 zwischen diesen Sternen sofort sichtbar. In einem kleinen 5x24 Sucher erscheint der Sternhaufen als großer, nebliger Fleck. Im 7x50 Feldstecher wird ein heller, blasser Nebelfleck sichtbar.

Der 76mm Newton selbst, zeigt bei mittlerer Vergrößerung einen großen, hellen Nebel ohne Einzelsterne. Ein heller Stern mitten im Haufen  fällt sofort auf. Der Großteil der Nebelmasse befindet sich nordwestlich des hellen Sterns, 8. Größe. Bei diesem Anblick kann man sich M11 tatsächlich als einen Kometen mit großer Koma vorstellen. Im 100mm Refraktor wird der Sternhaufen schon bei 37-facher Vergrößerung in viele kleine lichtschwache Sterne aufgelöst, die sehr dicht gedrängt beieinander stehen. Ein 8m Stern befindet sich südöstlich des Zentrums, der aber im Getümmel der Myriaden  von Sternen etwas untergeht. Bei 93-facher Vergrößerung werden im Sternhaufen selbst schon einzelne Sternwölkchen sichtbar, die vollständig aufgelöst sind. So ist westlich des 8m Sterns eine auffällige Anhäufung von Sternen erkennbar. Nördlich dieses Sterns wird der Haufen von einer sternarmen Region von Ost nach West durchquert. Nördlich dieser Lücke ist wieder eine große Zusammenballung von Sternen zu sehen. Gesamtdurchmesser visuell: 7,5‘


Frühere Beobachtungen:

Der Sternhaufen wurde im Jahr 1681 vom deutschen Astronomen Gottfried Kirch entdeckt. William Derham erkannte als Erster im Jahr 1733 eine Ansammlung von Sternen mit einem 8 Fuß Spiegelteleskop. Das Objekt war bis zu Messiers Zeit schon sehr gut bekannt und von Astronomen in Deutschland, England und Frankreich beobachtet worden, ehe er dieses am 30.05.1764 in seinen Katalog aufnahm und folgendermaßen beschrieb: „Ein merkwürdiges Sternhäuflein, 3‘ Durchmesser. Man sieht die große Menge sehr kleiner Sterne woraus es zusammengesetzt ist, und die einen schwachen Nebel zwischen sich haben, worunter sich aber doch ein Stern achter Größe befindet, nur durch sehr gute Fernrohre. Bei einer schwachen Vergrößerung erscheint er als Nebelfleck.“



Autor: Stefan Westphal